Neuseeland

Der Tongariro Alpine Crossing - Die schönste Wanderung Neuseelands.

Wir waren bereits seit drei Wochen in Neuseeland unterwegs. Auf unserer Reise sind wir mit so vielen anderen Reisenden in Kontakt gekommen und jeder von ihnen, der bereits Zeit auf der Nordinsel verbracht hatte, nannte uns den Tongariro Alpine Crossing als das absolute Highlight auf der Nordinsel. Doch in genauso viele enttäuschten Gesichter haben wir geschaut, die diesen Track aufgrund zu schlechter Wetterbedingungen nicht gehen konnten. Hier erfährst du alles über einen der schönsten Tracks Neuseelands und unsere eigenen Erfahrungen auf dem Tongariro Alpine Crossing. 

Was erwartet dich auf dem Tongariro Alpine Crossing?

Der Tongariro Alpine Crossing gehört nicht nur zu den TOP Highlights Neuseelands, sondern ist aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit, der atemberaubenden Ausblicke und der surrealen alpinen Welt auch einer der schönsten Tageswanderungen der Welt. Er führt dich durch eine dramatische Vulkanlandschaft, vorbei an dampfenden Schwefelwolken, Lavafeldern, Kratern und wunderschöne Kraterseen im gleichnamigen Nationalpark. Dies ist der Weg durch Mordor, den alle Herr der Ringe Fans auf jeden Fall direkt am Schicksalsberg erkennen werden.

Aufgrund seiner Länge von 20,2 km, seines Höhenprofils von ca. 1.200 Höhenmetern und des alpinen Geländes mit zum Teil extrem rutschigem Gestein sollte der Wanderweg nur von Wanderern mit entsprechender Fitness und bei gutem Wetter begannen werden. Bei schlechtem Wetter verringert sich die Sichtweite sehr schnell, was diese Wanderung erheblich erschwert und eine Rettung bei Gefahren und Unfällen sehr viel schwieriger macht. Daher sollte sich jeder vorab auf der offiziellen Seite über mögliche Warnungen informieren und sich an die dortigen Empfehlungen halten. Plane für die Wanderung genügend Zeit ein. Wenn du die Landschaft auf dich wirken lassen möchtest und zwischendurch Pausen machst, solltest du 8-10 h für die Wanderung inkl. Shuttle einplanen.

Blick auf die Krater un den Mt. Ngauruhoe vom Tongariro Alpine Crossing in Neuseeland.

Was solltest du für deine Wanderung beachten?

Die Wanderung ist lang und mit reichlich Höhenmetern noch mal anstrengender. Das rutschige Terrain ist ebenfalls für viele eine Erschwernis. Sei dir vorher im Klaren, ob du für diese Wanderung fit genug bist. Auf der Wanderung kommt es immer wieder zu notwendigen Bergungen und Notrufen, weil Wanderer sich überschätzt haben. Daher steht an jeder wichtigen Etappe mittlerweile ein Schild, welches dich nach deinem aktuellen Zustand fragt. Ziehe auf jeden Fall Wanderschuhe an, das Gelände wird im zweiten Teil ab dem Anstieg sehr rutschig.

Beachte zudem zu welcher Jahreszeit du hier unterwegs bist. In der Sommersaison von November bis April ist der Track deutlich einfacher als in der Wintersaison. Im Winter sind hier noch einige weitere Dinge zu beachten aufgrund von Lawinengefahren. Informiere dich daher unbedingt auf der offiziellen Seite vorab. Im Sommer musst du dich hier auch für die Wanderung registrieren.

Welche Ausrüstung sollte auf deiner Packliste nicht fehlen?

Je nachdem zu welcher Jahreszeit, du auf dem Track unterwegs bist, gibt es andere Anforderungen an deine Ausrüstung. Solltest du deine Tour wie wir im Sommer starten, denke an folgende Punkte:

  • Ausreichend zu Trinken für die gesamte Strecke. Es gibt auf dem Weg keine Möglichkeiten sein Wasser aufzufüllen.
  • Snacks für zwischendurch
  • Wanderschuhe
  • Wanderstöcke
  • Verschiedene Layer an Kleidung. Das Wetter und die Temperaturen können sehr schnell schwanken. Denke daher auf jeden Fall auch an eine wärmende Schicht und an Regenleidung.
  • Eine Sonnenbrille, Capi und Sonnencreme sollten in dem Rucksack auch nicht fehlen, da die Sonneneinstrahlung hier extrem ist.
  • Toilettenpapier, denn auf den meisten eingezeichneten Toiletten gibt es häufig kein Toilettenpapier.
  • Mobiltelefon
  • Erste Hilfeset für den Notfall

Unser Erfahrungsbericht

Nun kommen wir zu unserer eigenen Erfahrung auf dem Tongariro Alpine Crossing. Da der Weg ein One-Way-Trip ist und kein Rundweg ist, benötigst du einen Shuttle, um zu deinem Ausgangspunkt zurückzuerlangen. Wir haben über die offizielle Seite einen Shuttle gebucht. Der Shuttle startet am Parkplatz Ketetahi, wo du auch direkt dein Auto abstellen kannst. Für das Parken und den Shuttle haben wir pro Person ca. 30 € bezahlt, was das Geld auf jeden Fall wert gewesen ist, da alle super geklappt hat.

Wir haben uns aufgrund der Länge der Wanderung dafür entschieden, direkt den erstmöglichen Shuttle zu nehmen. Die Abfahrtzeiten richten sich nach den Sonnenaufgangszeiten und sind daher im Herbst ein wenig später als im Sommer, sodass wir den ersten Shuttle um 7 Uhr nehmen konnten. Vor Ort stehen schon einige Shuttlebusse aufgereiht. Vom Prinzip läuft das ganze so ab, dass sobald ein Bus voll ist, dieser losfährt. So saßen wir im ersten Bus und unser Fahrer erzählte uns noch einige Geschichten und wichtige Hinweise für die Umgebung und die Wanderung.

Ketetahi Car Park als Ausgangspunkt für den Tongariro Alpine Crossing in Neuseeland
Shuttle Busse zum Tongariro Alpine Crossing.

Der entspannte Einstieg bis Soda Springs

Nach ca. 20 Minuten fahrt erreichten wir dann den Ausgangspunkt der Wanderung am Mangatepopo Parkplatz. Der Parkplatz befindet sich bereits auf 1120 Höhenmetern. Ihr könnt hier ganz einfach der Beschilderung folgen. Der Wanderweg ist zunächst relativ eben und zwischendurch gibt es immer wieder kleinere Stufen und Holzstege. Hier bist du umgeben von weiten Wiesen und grünen Gräsern. Nach 5,4 km hast du die Möglichkeit einen kurzen 15-minütigen Umweg zu den Soda Springs zu gehen.

Der erste steile Anstieg zum Mangatepopo Saddle

Am Ende des Tals hast du die Möglichkeit, noch mal in einem Toilettenhäuschen zur Toilette zu gehen. Hinter der Brücke beginnt dann der erste Anstieg und der Track wird deutlich schwieriger. Um die Höhenmeter zu überwinden sind extra Treppen anlegt worden. Hier hast du ganze 350 Höhenmeter in 1,6 km zu überwinden. Doch der steile Anstieg zum Mangatepopo Saddle lohnt sich wirklich und wird mit tollen Panoramablicken belohnt. Von hier aus hast du auch einen tollen Blick auf den Mount Ngauruhoe – dem Schicksalsberg aus Herr der Ringe. An extrem klaren Tagen soll man sogar den Mount Taranaki erspähen können.

Der steile Weg vom Südkrater rauf zum Roten Krater

Wenn du oben angekommen bist, hast du den Südkrater erreicht. Hier ist es ein ganzes Stück eben, sodass sich der Ort für eine kurze Pause eignet. Bevor der nächste Anstieg rauf zum Roten Krater beginnt. Hier musst du noch einmal einige Höhenmeter überwinden, denn der Rote Krater ist mit 1886 m der höchste Punkt der Wanderung. Nach ca. 8,5 km hat man dann den höchsten Punkt der Wanderung hinter sich gelassen. Dieses Stück kann sehr rutschig sein, daher sollte man beim Aufstieg vorsichtig sein. Doch wenn du oben angekommen bist, hast du bei gutem Wetter ein grandioses Panorama mit Schicksalsberg und dem roten Krater.

Der Ausblick über eine surreale Vulkanlandschaft

Nach ein paar weiteren Metern erreicht man den Aussichtspunkt auf die Emerald Lakes. Dieser Ausblick wirkt einfach nur surreal und du solltest dir die Zeit nehmen, die Aussicht zu genießen. Die drei Seen stechen mit ihren unterschiedlichen smaragd- und türkisgrünen Farben aus der Landschaft hervor. Ihre markante Farbe stammt von durchgesickerten und abgelagerten Mineralien aus dem umliegenden Thermalfeld. Danach steht der abenteuerliche Abstieg nach unten zu dem Emerald Pools an. Der Abstieg ist extrem steil und rutschig. Wir haben den Tipp bekommen, sich richtig mit den Fersen in das Geröll zu drücken und das hat wirklich extrem gut funktioniert. Unten angekommen, suchen wir uns ein schönes Plätzchen, um mit Blick auf die Pools eine Mittagspause zu machen.

Blick auf die Emerald Lakes vom Tongariro Alpine Crossing auf der Nordinsel in Neuseeland.

Die beeindruckende Wanderung durch den Hauptkrater zurück zum Startpunkt

Nach einer entspannten Pause geht es dann vorbei an den türkisfarbenen Seen durch den Hauptkrater. Am Ende des Hauptkraters geht es wieder ein paar Höhenmeter rauf zum Blue Lake. Hier findest du auch noch mal ein paar Toiletten. Dann geht es vorbei an den steilen Felswänden des Nordkraters und der Abstieg beginnt. Insbesondere Wanderer mit Knieproblemen sollten hier Wanderstöcke dabeihaben.

Vor allem beim Abstieg entlasten diese die Knie erheblich und auf dem ersten Stück muss man häufiger mal aufpassen, dass man nicht umknickt. Nach dem ersten Teil des Abstiegs, auf dem man schon grandiose Panoramen gesehen hat, beginnt dann der zweite Teil, der über Holzstege nach unten führt. Dieser Teil zieht sich extrem und man hat das Gefühl, dass kein Ende in Sicht ist. Nach einigen weiteren Kilometern erreicht man die letzten Toilettenhäuschen und kurz danach führt einen der Weg durch den Wald und entlang eines schönen rauschenden Flusses weiter nach unten. Dann endet der Wanderweg an einer Straße, an der man sich auch von einem Bus abholen lassen kann. Da wir an dem Shuttle-Parkplatz geparkt hatten, laufen wir die Straße noch runter bis wir am Parkplatz angekommen sind.

Unser Fazit

So anstrengend die Wanderung war, so sehr haben sich auch die Ausblicke auf diese surrealen Landschaften und Vulkane wirklich gelohnt. Allerdings sollte man beachten, dass aufgrund seiner Popularität auch aus den Herr der Ringe-Filmen der Wanderweg stark besucht und frequentiert ist, sodass du eigentlich nie allein unterwegs bist. Auch wenn wir früh gestartet sind, war es bereits sehr voll auf dem Wanderweg. Wir würden daher beim nächsten Mal wahrscheinlich eher die Mehrtageswanderung über den Tongariro Northern Circuit machen, bei dem man ebenfalls am berühmten Aussichtspunkt der Emerald Pools vorbeikommt. Hier hat man den Vorteil, dass man noch früher starten kann und der Weg dann noch nicht ganz so überfüllt ist.

Panorama über den Tongariro Alpine Crossing mit Blick auf Mount Ngauruhoe und die Emerald Lakes.